Folgende Berichte finden Sie hier:

Teil 61 - Das Esseler Spritzenhaus

Teil 62 - Steinkreuz am Esseler Knapp

Teil 63 - Blühstreifen in der Brandheide

Teil 64 - Recklinghausen wird Großstadt (1949)

Teil 65 - Kaiser Wilhelm I

Teil 66 - 1988 - 100 Jahre Cafe Schäper

Teil 67 - 1977 - Gedenkstein Haus Schlüter

Teil 68 - 2012 - Geschichtstafel Alter Kirchplatz und Martininmarkt

Teil 69 - Brunnen am "Alter Kirchplatz"

Teil 70 - Franziska Ehling

Teil 71 - Unterhaltung KLT

Teil 72 - Krippe in St. Johannes

Teil 73 - Krippe Kreuzkirche

Teil 74 - Die St. Josef Statue in der St. Johanneskirche

Teil 75 - Suderwich und seine Post 

 

Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 61

Das Esseler Spritzenhaus

Im frühen 20. Jahrhundert hatte jede Ortschaft ihre eigene Feuerwehr (s. Folge 52 - Löschzug Suderwich). So auch in Essel. Da diese auch Gerät zum Löschen benötigte, bekam Essel ein eigenes Spritzenhaus. Es wurde aus Brettern errichtet und diente als Unterstand für die Esseler Spritze.
Im Gegensatz zum alten Suderwicher Spritzenhaus ist es heute noch erhalten, wenn auch keine Geräte der Feuerwehr untergestellt sind.
Das Spritzenhaus gehörte der Stadt Recklinghausen, bis es in den Besitz des Bauern Wilking übertragen wurde.
Brände gab es in Essel mehr als genug. In 1888, als Melchers Hof abbrannte, wurden der „Spritzenmeister“ Hermann Feldhoff und Theodor Ridder schwer verletzt.
Eine Brandserie gab es in den Jahren 1908 – 1910, als sieben Wohnhäuser und Scheunen niederbrannten.
Heute gehört die Bauernschaft Essel zum Feuerwehrbezirk des Löschzuges Suderwich der Freiwilligen Feuerwehr Recklinghausen.
(Aus der Festschrift 850 Jahre Bauernschaft Essel, 2000)

Die Esseler Spritze vor dem Spritzenhaus


Feuerwehrfest in Essel am 05. Februar 1928

Das Esseler Spritzenhaus heute

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 62

Steinkreuz am Esseler Knapp

Hier stellt sich gleich die erste Frage, in der Deutschen Grundkarte wird der Weg vom Steinkreuz Richtung Osten Opn´ Kapp genannt, wir kennen ihn nur als Knapp (s. auch  Festschrift 850 Jahre Bauernschaft Essel, 2000).
Vermutlich wird der Plattdeutsche Name Kapp von Kappe kommen, so wurde ein Bergrücken, genannt.
Heute ist nur noch der Name Esseler Knapp gebräuchlich. Er ist die Wasserscheide zwischen Emscher und Lippe. Dies bedeutet, dass der Regen der in Essel fällt, zur Lippe hin entwässerte, in Suderwich geht es ab zur Emscher.
Heute ist der Weg Opn´ Kapp ein unscheinbarer Feldweg, der vom Steinkreuz zum Hilbringschen Hagelkreuz (s. Corona 20) führt und dort endet. Das war aber nicht immer so.

Dem Brandenburgischen Kurfürst (das spätere Preußen) gehörte seit 1610 auch das Herzogtum Kleve am Niederrhein. Man soll es nicht glauben, aber über den o. g. Weg führte eine Postroute von Berlin nach Kleve, diese wurde ca. 1650 eingerichtet. Warum gerade dort? Asphalt, Bitumen oder ähnliches gab es zu dieser Zeit nicht, die Postkutschen fuhren auf unbefestigtem Boden, der nach jedem Regen aufgeweicht und schlecht zu befahren war. Auf einem Bergrücken stand das Wasser nicht lange und floss schnell ab. Somit war der Weg besser befahrbar als in der dauerfeuchten Emscherniederung. Es gibt sogar Vermutungen, dass dieser Weg schon zur Römerzeit genutzt wurde.

Die Esseler Chronik berichtet zu dem Kreuz, welches früher Station der Feldprozession zu Fronleichnam war, das es im Jahr 1907 von frevelhafter Hand umgestürzt und gänzlich zerstört wurde. Die Dorfbewohner von Essel sammelten den damals stolzen Betrag von 384,80 M. Somit konnte im gleichen Jahr das neue Kreuz errichtet werden. Es trägt die Inschrift:

„Sieh dies ist / gesetzt zum Falle / und zur Auferstehung / vieler“
„Mein Jesus /  Barmherzigkeit / Bauernschaft Ehsel“
 (1893) 1907


Bild ist aus den 30-iger Jahren, das stand noch die alte Linde hinter dem Kreuz.


Rechts neben dem Kreuz der alte Postweg Berlin - Kleve.


Die Inschrift leider nicht mehr lesbar, der Kunststein ist verwittert.

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 63

Blühstreifen in der Brandheide

Es ist sehr schön, dass einige Landwirte größere Flächen zur Verfügung stellen, um Insekten und anderen Tieren eine Nahrungsquelle und ein Refugium zu bieten.
Zwei Stellen haben wir allein in der Brandheide gefunden, an denen wir beobachten konnten, wie gut diese "Insektenweiden" von den Tieren angenommen wurden.
Und nicht nur von den Tieren, es ist auch für uns jedes mal eine "Augenweide" wenn wir die "Insektenweide" sehen.
Wir sagen vielen Dank!

Dieses Bild hat es sogar bis ins Fernsehen geschafft: => Video

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 64

Recklinghausen wird Großstadt (1949)

Auch bei der Großstadtwerdung (mehr als 100.000 Einwohner) von Recklinghausen spielte der VV eine entscheidende Rolle ;-)
1949 überreichte der VV dem Oberbürgermeister ein quicklebendiges Ferkel. Dieser Ulk bezog sich auf den ehemaligen
Schweinehändlerort Suderwich. Ein Jahr später war aus dem Ferkel ein 450 Pfund schweres Schlachtschwein geworden,
das zum Rosenmontag den Stadtvätern übergeben wurde. Es wurde verwurstet.
Während Oberbürgermeister und Stadtdirektor eine große Wurstkette um den Hals gelegt wurde,
erhielt der städtische Baurat nur eine kleine Wurst,
weil er den Etat für die versprochene Instandsetzung zweier Suderwicher Straßen um die Hälfte gekürzt hatte.
Das war die „Rache“ des Verkehrsvereins!
Die übrigen Würste erhielten caritative Einrichtungen. Solche Karnevalsscherze wurden später von dem 1954 gegründeten „Verein zur Pflege alter Sitten und Gebräuche“ (Aolt Surk) übernommen.
(Aus der Festschrift 75 Jahre VV Suderwich-Essel)
 
 
 

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 65

Kaiser Wilhelm I.

Was hat Suderwich mit Kaiser Wilhelm I. zu tun?? Die Geschichte ist kurz erzählt. Eines Tages wurde ein alter Gedenkstein wieder aufgefunden,
den die Suderwicher zur Erinnerung an den 100. Geburtstag von seiner Majestät Kaiser Wilhelm I. am 21.03.1897 unter einer neu gepflanzten
Eiche an der Kreuzung Suderwichstraße/Alter Kirchplatz niedergelegt hatten.

Dieser wurde incl. der Bronzetafel instandgesetzt und am 29.08.1987 an seinem ursprünglichen Platz niedergelegt.

Hier sind wir alle einige hundert Mal daran vorbeigefahren, ohne ihn zu bemerken. Als ich heute die Fotos gemacht hatte,
mussten ich den Gedenkstein erst suchen und dann vom Efeu befreien ;-)

Für die nächsten Tage sollte er sichtbar bleiben!



 

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 66

1988 - 100 Jahre Cafe Schäper

Vor dem Suderwicher Dorfleben, eine Zeitschrift die die RZ seit einigen Jahren viermal im Jahr herausbringt, gab es auch schon die von
der Suderwicher Werbegemeinschaft aufgelegten „Suderwicher Dorf-Nachrichten“. Hier haben wir in der Ausgabe von 1988 einen interessanten
Artikel über das 100-jährige Jubiläum  der Bäckerei Schäper gefunden, den wir euch nicht vorenthalten wollen.
Die Bäckerei eröffnete im Jahre 1988. Gebacken wurde dort, wo sich die Schmiede Muess befand.
1892 baute Bäckermeister Schäper sein Haus an der Sachsenstraße 2 zur Backstube um.
1912 verlegte man den Betrieb zur Schulstraße.
1903 beendete Josef Schäper „der Zweite „ seine Lehre. Die Voraussetzungen zur Übernahme des Geschäfts waren somit geschaffen.
Um 1900 war Oer-Erkenschwick, so wie es sich liest, abhängig von der Schwarzbrotlieferung aus Suderwich, von der Bäckerei Schäper.
Könnt ihr euch eine Schwarzbrotlieferung nach Oer per Schubkarre vorstellen? Selbst in der guten alten Zeit war das eine stramme Leistung
diese 10 Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Für Josef Schäper kein Problem. Auf dem Rückweg wurde dann gleich Holz für die Befeuerung
des Backofens geschlagen und mitgenommen.
1912 übernahm er mit seiner Frau Bernhardine die Bäckerei an der Schulstraße.
Am 26. Februar 1937 gab es den dritten Konditormeister im Haus,
am 15. September 1971 bestand Josef Schäper Junior (Nummer 4) diese Prüfung.
Doch nicht nur die fachliche Kompetenz brachte diesen Betrieb nach vorn. Fleiß und Engagement zeichneten auch die Frauen während
der Weltkriege aus. Die Männer kämpften an der Front „fürs Vaterland“ und die Frauen hielten die Versorgung der Bevölkerung mit Brot aufrecht.
Heute wird das Cafe von Rita und Karl-Heinz Zweiböhmer bewirtschaftet.

 

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 67

1977 - Gedenkstein Haus Schlüter

 

Bisher haben wir über zwei Gedenksteine kurz berichtet, einmal der Tigsteen (Corana Bericht Nr. 13) sowie der Gedenkstein zum 100.
Geburtstag von Kaiser Wilhelm I. (Corona Bericht Nr. 65) und die Kaisereiche.
Der erste Stein ist gut zu sehen, liegt aber etwas abseits, sodass er auch gerne übersehen wird. Der zweite Stein musste erste einmal
„ausgegraben“ bzw. vom Efeu befreit werden, bevor er sichtbar wurde.

Der dritte Stein, über den heute berichtet werden soll, liegt auf dem Alten Kirchplatz, vor dem Haus Schlüter und ist sicherlich einigen
aus der Historie her bekannt. Hier wird nun sein Werdegang erzählt:

In der Jahreshauptversammlung von 1977 erklärte Walter Zillessen, zu der Zeit der 1. Vorsitzende des VV´s, dass als erster Schritt
zur Verschönerung des Alten Kirchplatzes (Corona Bericht 51) ein am Emschertalweg (dieser bildet die südliche Grenze der Brandheide
nach  Castrop-Rauxel hin)  liegender Findling vor die Gaststätte Haus Schlüter geschafft werden sollte.

Der Findling  wurde mit einer Bronzeplatte versehen, die an die 1334 erstmals urkundlich erwähnte Dorfkirche erinnert.
Als Beitrag zum Festzug der Kolpingsfamilie zu Pfingsten, die ihr 50-jähriges Bestehen feierte, wurde der Findling durch
die Straße des Ortsteils gefahren, bevor er an seinen endgültigen Platz einnahm.

Weitere Bilder sind hier zu sehen: => Bilder Gedenkstein

 

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 Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 68

2012 – Geschichtstafel am Alten Kirchplatz und Martinimarkt

Wir haben einiges an sehr interessanten Exponaten am Alten Kirchplatz stehen. Um den Geschichtsinteressierten eine Überblick zu geben,
wurde am 10.11.2012 im Rahmen des Martinimarktes eine Tafel enthüllt.

Hier ist der Werdegang von Suderwich ab dem 2. Jahrhundert stichpunktartig beschrieben. Auch ist  ein schöner Lageplan zu sehen,
auf dem erkennbar, wie der Alte Kirchplatz noch Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat.

Die Enthüllung nahmen gemeinsam die beiden stellv. Recklinghäuser Bürgermeister Jochen Weber und Ferdinand Zerbst vor,
unter tatkräftiger Anleitung von unserem damaligen Vorsitzenden Horst Huckels, dem „Bürgermeister von Suderwich“.

Anschließend gab es ein Glas Sekt, bevor der St. Martin durch das Dorf zog, vorbei an den großen Augen der staunenden Kinder.
Leider musste diese Veranstaltung Corona bedingt ausfallen, was sicherlich notwendig, nichtsdestotrotz aber sehr bedauerlich ist.

Weitere Bilder sind hier zu finden: => Bilder Enthüllung - Martiniumzug


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 Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 69

Brunnen am "Alter Kirchplatz"

Bei Ausschachtungsarbeiten am Alten Kirchplatz wurden die Suderwicher am 23.09.1985 fündig, sie stießen nahe der Bushaltestelle der
Linie 234 auf einen ehemaligen Hausbrunnen.

Er war rund 6m tief, hatte eine Wasserstand von 2m, aus Trockenmauerwerk errichtet, Durchmesser ca. 1,5m mit einer gewölbten
Abdeckung aus Ziegelmauerwerk. Das Alter wurde auf ca. 400 Jahre geschätzt und war ein Bestandteil des Friedhofkottens Schröder.
Heinrich Schröder, ein Suderwicher Lehrer, bewohnte mit seiner Frau Gertrud um 1900 den Kotten Suderwich 22 am alten Dorfplatz.
Unmittelbar daran verlief der Knüppeldamm nach Essel, damals noch völlig ohne Befestigung.
Der VV Suderwich-Essel, der gerade zusammen mit der Stadt Recklinghausen den historischen Kirchplatz zur 750 Jahr Feier verschönerte,
wollte den alten Brunnen an historischer Stelle wieder errichten.
Sehr schnell beschloß der städtische Bau- und Grundstücksausschuß die Aufstockung des Brunnens über Straßenniveau und stellte dafür
die finanziellen Mittel bereit.

Der Verwaltungsvorlage vom 24.09.1985 (Einen Tag nach dem Fund!!!!) für die öffentliche Ausschußsitzung kann entnommen werden:
“Der Brunnen stand vermutlich in unmittelbarem Zusammenhang mit der dörflichen Bebauung die noch bis zur Jahrhundertwende den
Kirchplatz säumte. Die Bauzeit des Brunnens kann auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert werden. Wahl und Behau des
Steinmaterials und der Verzicht auf Mörtel lassen die Schätzung zu. ….“
Aus Stimbergsandstein, den das Suderwicher Bauunternehmen Wilhelm Isselstein aufmauerte und mit einem aufgesetzten Satteldach,
schmückt der alte Schrödersche Hofbrunnen an historischer Stelle unseren schönen Alten Kirchplatz.


 

 

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 Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 70

Franziska Ehling

Alle Suderwicher kennen die Ehlingstraße, die an einen alteingesessenen Familiennamen aus Suderwich erinnert. Nicht zuletzt soll sie auch an
Franziska Ehling erinnern, eine christliche und wohlhabende Großgrundbesitzerin, der ein großes soziales Engagement nachgesagt wird. Sie soll
immer ein offenes Ohr für die Nöte der Suderwicher gehabt haben.
Auf den ersten Blick nichts Besonderes zu der Zeit, aber trotzdem ein geschickter Winkelzug:
1881 stellt die junge Witwe und Mutter zweier Kinder einen Kaplan als Hauslehrer ein. Die Kinder besuchen jedoch gleichzeitig die Suderwicher
Volksschule. Der Hauptgrund der Einstellung des Hauslehrers ist ein politischer Schachzug der klugen Großgrundbesitzerin, wg. des Kulturkampfes
in Preußen ist Suderwich ohne Pfarrer.
Mit der Einstellung des Hauskaplans ermöglicht Frau Ehling damit den Suderwichern, ihre Gottesdienste vor Ort besuchen zu können. Der mit ihr
befreundetet Landrat Freiherr von Reitzenstein duldet Frau Ehlings Schachzug.

Franziska Ehling wurde am 12.03.1848 auf dem Dobbeling-Hof geboren. Der Hof wird erstmals 1457 urkundlich erwähnt und ist einer der drei
Schultenhöfe in Suderwich, auf dem das Holzgericht mindestens einmal jährlich tagt. Nicht nur, um Holzdiebe abzuurteilen sondern auch, um
über die Nutzung der Suderwicher Mark zu verhandeln.
Sie heiratet am 23.05.1871 Clemens August Ehling und bringt ihren Hof in den Ehlingschen Besitz ein. Durch andere eingeheiratete Familien
zählt der Gutshof mittlerweile zu den bedeutendsten in Suderwich. Sie bekommt zwei Kinder, Franziska 1871 und August 1872. Mit 30 Jahren
und nach nur sieben Jahren Ehe ist Franziska Ehling Witwe. Nun muss sie den riesigen Hof alleine bewirtschaften. Sie bewältigt die Aufgabe
indem sie einen Verwalter und eine Hausdame einstellt. Selbstbewusst und energisch wie Franziska ist, behält sie die Gesamtleitung fest in
ihren Händen. 1901 greift die Gutsherrin noch einmal in einen Streit ein. Es sind die Suderwicher, die sich über den Bauplatz der neuen
St. Johannes-Kirche streiten.
Die großmütige Diplomatin bietet ihr Grundstück als Geschenk an. Das Grundstück, auf dem einst der Dobbeling-Hof stand, wird mit Freuden
angenommen.
Franziska Ehling starb am 29.11.1926.

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 71

Unterhaltung der König Ludwig Trasse

Dem VV war aufgefallen, dass es mit der Unterhaltung der König Ludwig Trasse von der Ortlohstrasse bis zum Ende in Becklem hakt.

Im Sommer war bis Anfang  Juli keine Unterhaltung erfolgt. Die Brombeeren rankten in den Fahrraum hinein, der gefahrlos nur in der
Mitte befahren werden konnte. Es wurden mehrere Radler gesichtet, die blutige Striemen im Gesicht hatten. Einige Anrufe beim KSR,
wir erreichten nur einen Anrufbeantworter, blieben leider unbeantwortet.
Als dann Anfang Juli der Grünschnitt begann, blieb dieser auf dem Asphalt liegen. Die Dornen der Brombeeren bohrten sich in die Reifen,
vielfach gab es einen Platten.
Die Auffahrt Schulstraße und an der Güterzugstrecke war nur einspurig zu befahren, Gegenverkehr war nur möglich, wenn man bereit war,
durch Astwerk zu fahren, welches einem ins Gesicht schlug.
Die Auffahrten sind von der Öffnung der KLT vor fast 3 Jahren bis heute nicht unterhalten worden.
Dies nahm der VV nach seiner letzten Vorstandssitzung zum Anlaß, Erkundigungen bei der Stadt und dem KSR bzgl. der Unterhaltung
der Trasse einzuholen.
Elke Kant, die einen guten Draht zum KSR hat, half uns dabei und sorgte dafür, dass wir mit dem zuständigen Fachbereichsleiter sprechen
konnten. Mit Erstaunen stellten wir fest, dass nicht der KSR zuständig ist, sondern der Bereich Stadtgrün der Stadtverwaltung.
Dort meldeten wir uns mit der Bitte um Rückruf, der auch prompt erfolgte.
Nachdem wir unsere Mängelliste vorbringen konnten, bekamen wir die Information, dass leider seit der Freigabe der KLT noch kein
Pflege- und Unterhaltungsplan erstellt worden ist.
Der soll in diesem Winter entwickelt werden, sodaß ab 2021 die KLT regelmäßig unterhalten wird.
Dies hört sich gut an. Optimistisch sind wir schon deshalb, weil ein Knackpunkt, den wir vorgebracht hatten (Unterhaltung im Bereich
der ehemaligen Schachtanlage IIV/IIIV, wo Brombeeren und Sommerflieder das Fahrprofil stark eingeengt hatten, siehe die beigefügten Fotos) gestern beseitigt worden ist.

Die Bilder sind hier zu finden: => Bilder Unterhaltung KLT

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 72

Krippe in St. Johannes

Die nächsten drei Corona-Berichte werden kirchliche Themen beinhalten, was in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit auch seinen Platz hat.
Heute wollen wir einige Eindrücke der Krippe in St. Johannes bieten. Bis in die 60-er Jahre hinein waren die Protagonisten aus rotem Ton gebrannte Nazarener Figuren
(Das Ziel der Nazarener Kunstrichtung war die Erneuerung derselben im Geiste des Christentums, wobei ihnen alte italienische und deutsche Meister als Vorbilder dienten)
die dann durch die heute vorhandenen ersetzt wurden.
Einige weitere wurden noch in neuerer Zeit angeschafft (z. B. die Hirtenfrau, ein Kind und der Schäferhund), einige wurden neu eingekleidet.
Wir möchten die Bilder vor allen Dingen denen zeigen, die, aus welchen Gründen auch immer, in der jetzigen Zeit keine Möglichkeit haben,
sie persönlich in Augenschein zu nehmen.

 

Weitere Bilder finden Sie hier: ==> Bilder Krippe St. Johannes

 

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 73

Krippe Kreuzkirche

Heute wollen wir einige Eindrücke der Krippe im Gemeindezentrum an der Kreuzkirche bieten. Die Figuren wurden Anfang 2000 angeschafft,
als die Kirche renoviert und das Gemeindehaus gebaut wurde. Sie wurden in Münster gekauft und wurden im Allgäu gefertigt.
In normalen Jahren ist die Krippe in der Kreuzkirche aufgebaut. Wegen der Einschränkungen in diesem Jahr hat man sich überlegt,
die Krippe im Gemeindezentrum direkt vor den großen Fenstern an der Terrasse aufzubauen.
So kann man zu jeder Tages und Nachtzeit (nachts mit Beleuchtung) das liebevoll gestaltete Ensemble im Freien ohne Gefährdung anschauen.
An allen vier Adventssonntagen wurden die Krippenfiguren ergänzt. Am Anfang schmückten nur ein paar Schafe die Krippe, von Sonntag zu
Sonntag wurden es mehr Figuren, bis zum Heiligen Abend auch das Christkind in der Krippe erscheint und somit die Aufstellung komplettiert.

Auch hier möchten wir die Bilder vor allen Dingen denen zeigen, die, aus welchen Gründen auch immer, in der jetzigen Zeit keine Möglichkeit haben,
sie persönlich in Augenschein zu nehmen.

 

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 74

Die St. Josef Statue in der St. Johannes Kirche

Bei der Errichtung der neuen Johanneskirche in 1904 wurden nur wenige Gegenstände aus der alten Kirche übernommen. Von den Kunstwerken,
die hoffentlich noch heute vorhanden sind, waren es zwei Kreuze, eine Figur des Schutzpatrons Johannes des Täufers und eine St. Josef Skulptur.

Was ist das Besondere an dieser Skulptur?

Sie zeigt Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm. Ich persönlich kenne nur Darstellungen von Maria mit dem Kind. In der Festschrift zum 50-jährigen
Jubiläum der Kirchweihe aus 1954 bespricht Dr. Anneliese Schröder ausführlich die Figur. Sie vermutet, dass diese im 18. Jahrhundert entstanden sein
mag. Die Skulptur war damals von einem dunklen Holzbraun. Vermutet wurde, daß sie farbig gefaßt war und polychromiert wurde. Einige Farbreste
waren noch zu erkennen.
In der Zwischenzeit ist die Figur restauriert und neu polychromiert worden. Wenn man sich beide Bilder anschaut, ist erkennbar, dass einiges an
Restaurierungsarbeiten notwendig war. Die Kopfhaltung von Josef ist eine andere und die Gesichtszüge des Jesuskindes sind ernster geworden.

In vielen Kunstwerken ist Josef nur eine Randfigur. Völlig zu Unrecht. Da Maria nicht von Josef schwanger wurde, sah das Recht damals vor,
Maria zu steinigen. Da nimmt laut Evangelium Gott die Sache in die Hände. Das erwartete Kind ist nicht von einem Mann sondern vom Heiligen Geist,
es soll den Namen Jesus erhalten. Dies bedeutet „Er wird sein Volk erretten von den Sünden“.

Hier wird im Evangelium nachgezeichnet, was zu Weihnachten geschehen ist. Wie Maria das Kind annahm, so nimmt in dem Moment auch Josef
das Kind an. Er stellt sich Gottes Plan nicht in den Weg und unterstützt Jesus und Maria mit besten Kräften.

Dies ist eine Geschichte, von der wir meinen, dass sie sehr gut zum Weihnachtsfest passt und sicherlich nicht allen bekannt ist.
Die Skulpturen von St. Josef und St. Johannes stehen wenn man das Hauptportal passiert hat auf der linken Seite.

Wir machen ein paar Tage Pause und wünschen allen eine „Gesegnete Weihnacht“.

 

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 75

Suderwich und seine Post

Wie viele Menschen auch heute immer noch, warteten die Suderwicher vor einigen hundert Jahren sehnsüchtig auf ihre Post. Sie horchten
erwartungsvoll auf das Hornsignal des Postillon, wenn er von Horneburg oder Recklinghausen sich dem Bomas-Kotten näherte.

Nach alter Überlieferung war die dort ansässige Familie schon 1744 verpflichtet worden, die Postsachen von Suderwich zu bearbeiten.
Laut alter Quellen gab es im Vest Recklinghausen nur eine Landstraße (s. a. Corona Teil 62 – Steinkreuz am Esseler Knapp) von Bedeutung,
die vom Hellweg herkommend über Lünen, Waltrop, Horneburg nach Suderwich führte und von dort weiter über Recklinghausen zum Rhein
hin angelegt war. Die Postroute war nicht ungefährlich, es ereigneten sich einige Raubüberfälle auch in der Nähre von „Sureck“, wie Suderwich
damals hieß.
1873 ging der Suderwicher Schulmeister Heinrich Schröder (s. a. Corona Teil 69 - Brunnen am Alten Krichplatz) daran, in seinem Kirchhofskotten
eine Postagentur zu errichten, um seinen Mitbürgern den weiten Weg in die fremde Stadt Recklinghausen zu ersparen.
Als um die Jahrhundertwende der Bergbau Suderwich vereinnahmte und der Schrödersche Kotten abbrannte, brauchte die Post eine neue Bleibe.
Witwe Franziska Ehling (s. a. Corona Teil 70 – Franziska Ehling) baute 1904/05 zwei neue Häuser an der Schulstraße. Die Haus Nr. 30 wurde das
Kaiserliche Postamt, wo die Post bis 1985 verblieb, bevor sie in die Neue Mitte Suderwich umzog.
Eine zur Post hinführende Straße erhielt den Namen Poststraße. 1910 standen neun Mann in Suderwich im Postdienst!! Die Belieferung der zum
Teil weit verstreuten Bauernhöfe geschah natürlich mit dem Rad und für die Pakete hatte man Schiebekarren. Ein Pferdepostwagen holte die
Sendungen in Recklinghausen ab.
Durch die ständige Bevölkerungszunahme war es notwendig, 1965 eine zweite Poststelle an der Sachsenstraße auf der „Heide“ einzurichten.
Bis 1926 hatte Suderwich seinen eigenen Poststempel, dann wurden wir von Recklinghausen eingemeindet. (Hatten wir das schon erwähnt 😉 )

Blick von der Kreuzung Poststraße/Schulstraße nach Süden. Auf der freien Wiese ist heute die Neue Mitte.

Blick von der ehemaligen Ehlingschen Wiese mit den Fischteichen (heute Neue Mitte Suderwich) Richtung Postamt.

Suderwichs eigener Poststempel bis 1926 (da wurden wir eingemeindet, hatten wir das schon erwähnt?? ;-) )

 

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